Alleinstellungsmerkmale

Freie Praktikumswahl

AlleinstellungsmerkmaleFit in Europe ist nicht nur das einzige vom rheinland-pfälzischen ESF-geförderte Mobilitätsprojekt für sogenannte benachteiligte Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren. Es ist darüber hinaus das einzige in Rheinland-Pfalz umgesetzten Mobilitätsprogrammes für junge Erwachsene aus arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, welches eine freie Wahl des Praktikumsplatzes entsprechend der individuellen Interessen der Teilnehmenden ermöglicht.

Darin unterscheidet es sich von einem standardisierten EU-Programm. Jede(r) Einzelne steht bei Fit in Europe mit seinen bzw. ihren persönlichen Zielen und Bedürfnissen im Mittelpunkt des Geschehens, mit dem Anspruch, die individuelle Weiterentwicklung und Stärkung der Persönlichkeit zu fördern. Dazu werden über das Projekt nicht nur individuelle Praktika vermittelt, auch die Zieldefinition dessen, was im Rahmen des Projekts erreicht werden soll, bleibt zugunsten der subjektiven Aspiration und des Status quo bzw. der Ausgangslage offen.

Die bisherigen Erfahrungen belegen, dass es auf diese Weise gelingt, sowohl einen Beitrag zur persönlichen Entwicklung der jungen Menschen zu leisten, als auch deren berufliche Integration in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu fördern.

Besonderer Methodischer Ansatz
Das Projekt beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz, der die Bedürfnisse der Teilnehmenden in den Mittelpunkt rückt. Fit in Europe stellt ein Angebot dar, das zur generellen Weiterentwicklung der Persönlichkeit oder auch zum Erreichen konkreter individueller Ziele genutzt werden kann. Die Sinnhaftigkeit bzw. der Nutzen des Angebots kann für jeden variierend festgelegt werden und auch die Wirkungen sind unterschiedlich in die jeweiligen Biographien einzuordnen.
Freiwilligkeit
Grundlegender Ansatz von Fit in Europe ist, dass die Teilnahme durchweg auf Freiwilligkeit beruht und keinerlei institutionelle Konsequenzen zu befürchten sind. Abbrechen bzw. Austreten aus dem Projekt aus persönlichen Gründen kann jederzeit durch den Teilnehmenden vorgenommen werden. So kann eine Basis mit den Teilnehmenden geschaffen werden, die eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe erlaubt. Dies führt nachweislich zur Steigerung der Motivation und Produktivität der jungen Erwachsenen. Die Voraussetzungen einer Teilnahme sind möglichst niedrigschwellig. Die Hürden für eine Teilnahme sind aufgrund persönlichen Zugangs über Betreuungspersonen bei den Entsendeträger und die geringen formalen Voraussetzungen möglichst gering gehalten.
Nutzen für Zielgruppe im Fokus
Jungen Menschen aus den sogenannten benachteiligten Zielgruppen, denen in Bildungs-, Betreuungs- und Übergangssystemen vielfach exkludierende Merkmale (multiple Vermittlungshemmnisse, Qualifikationsdefizite, psychische Beeinträchtigungen etc.) zugeschrieben werden, haben häufig, wenn nicht überwiegend, derartige Zuschreibungen bereits in einem relativ „deprivierten“ Selbstwertkonzept im Sinne einer eher fatalistischen Einstellung zu den eigenen Entwicklungschancen verinnerlicht.
Der besondere Nutzen der Teilnahme an diesem Auslandsaufenthalt wird generell in der Aufhebung solcher Negativzuschreibungen im Sinne eines „Statuswechsels“ zum „ganz normalen Jugendlichen“ gesehen, von dem ohne Vorbehalte Lern-, Anpassungs- und Bewältigungsleistungen erwartet werden, die ihm bisher durch das private, institutionelle Umfeld noch er sich selbst abverlangt und zugetraut hätte.
Von besonderer Wirksamkeit erscheint dieser Statuswechsel in den Praktikumsstellen im Ausland, insofern hier die Jugendlichen unter dem dominanten Status „junger Deutscher“, nicht aber unter dem Label „benachteiligter Jugendlicher“ auftreten können.

„Was für mich besonders eindrucksvoll war, war das verblüffende Resultat der Nicht-Information bzw. des Backgrounds von Yasmin (Name geändert). Ich bin mir mittlerweile sicher, dass das für sie sensationell gute Resultat – dass sie die 4 Wochen durchgehalten hat – auch darauf zurückzuführen ist, dass wir um viele ihrer Schwierigkeiten gar nicht gewusst hatten, und so auch nicht in unbewusste Reaktionen bzw. Verhaltensweisen ihr gegenüber verfallen sind“ (aus dem Evaluationsbericht einer Aufnahmeorganisation).

Auf der Basis solcher Freisetzung für neue Erfahrungen und Leistungen wird bei nahezu allen bisherigen Teilnehmenden von sichtbaren Selbstwertsteigerungen berichtet, die sich nicht nur „in einer ganz anderen Körperhaltung“ niederschlagen, sondern zu deutlichen Motivationsschüben bei Wiedereintritt in die Herkunftsmaßnahme führen, beispielweise „Lust auf Weitermachen“, das Nachholen des Schulabschlusses oder der Wechsel in eine berufsvorbereitende Maßnahme.

Der besondere Zugang und der methodische Rahmen von Vor- und Nachbereitung sowie die Rahmenbedingungen und die spezielle Organisationsform während des Auslandspraktikums führen bei Teilnehmenden zu sichtbaren Erfolgen, Lernerfahrungen und Qualifikationssteigerungen.

Aus der neuen Erfahrung mit vielen positiven Erlebnissen kann Motivation erwachsen, die als Antrieb für die Gestaltung eines neuen Ansatzes in Deutschland genutzt werden kann.

Für manche ist die Teilnahme und das Durchhalten im Rahmen von Fit in Europe die erste Erfolgserfahrung und damit auch ein Grund stolz auf sich zu sein.

Die Zertifikate, die im Nachbereitungstraining von Fit in Europe für eine erfolgreiche Teilnahme ausgestellt werden, bestärken das Bewusstsein über den persönlichen Fortschritt und erreichten individueller Erfolge. Sie dienen nicht nur dem Aufrechterhalten der Motivation, nachweislich steigen dadurch auch die Chancen der Einladung zum Bewerbungsgespräch. Durch die, in den Bewerbungsunterlagen, beigefügen Dokumente stechen die Jugendlichen aus der breiten Masse der BewerberInnen heraus.

Die Teilnahme an Fit in Europe mit seinen besonderen Bewältigungsanforderungen eröffnet den Teilnehmenden nicht nur neue Lern- und Erfahrungsräume, es werden hierdurch sichtbare formale und non formale Bildungserfolge bei den beteiligten Jugendlichen geradezu provoziert und erzielt.

Auch die Anerkennung in der Gruppe und eine allgemeine Verbesserung des Selbstbildes führen dazu, dass die Teilnehmenden nun befähigt sind sich selbstbewusster um ihre Zukunftsplanung zu kümmern. Es wird durch die Auslandserfahrung häufig auch klarer, worum es bei dem Teilnehmenden wirklich geht, was Hemmnisse und Hinderungsgründe sind und wo weitergearbeitet werden muss.