Gestaltung des Übergangs der Rückkehrer

Nach langer Erfahrung lässt sich inzwischen gut bestimmen, wie die Anschlussfähigkeit der Auslandserfahrung begünstigt werden kann. Die jungen Erwachsenen befinden sich bei ihrer Rückkehr meist in einem einzigartigen Zustand, in dem sie über verstärktes Selbstbewusstsein verfügen und persönlichen Willen, Bereitschaft und Engagement zeigen.

Auszeit

Mit der Rückkehr aus dem Auslandsaufenthalt zurück in das gewohnte Umfeld und der Verarbeitung der Erlebnisse gehen die Teilnehmenden sehr individuell um. Viele benötigen nach der Rückkehr einen Tag Auszeit, um sich wieder im Alltag einzufinden und einzugewöhnen. Dem betreuenden Personal in den Maßnahmen wird daher angeraten, die Teilnehmenden nach der Rückkehr einen Tag freizustellen. Diese Regelung ist in jedem Einzelfall mit dem jeweiligen Teilnehmenden abzusprechen.

Rückkehr beim Entsendeträger

Bei der Ankunft in der Maßnahme soll den Teilnehmenden aktiv Interesse signalisiert werden. Idealerweise erfolgt das durch einen Einzeltermin mit dem Rückkehrenden. Dieser bietet Raum, um von der Reise zu berichten, außerdem wird der aktuelle Stand des Jugendlichen ausgelotet und die daraus resultierenden nächsten Schritte erörtert. Diese Gelegenheit, von Erfahrungen zu berichten, wird unterschiedlich stark beansprucht.

In den Maßnahmen wird an die Nachbereitungswoche des Projekts angeschlossen und direkt nach Ausbildungsplätzen bzw. weiterführenden Schulen gesucht und Bewerbungen versandt. Meist sind die Teilnehmenden nach ihrer Rückkehr hochmotiviert, sich beruflich weiterzuentwickeln und haben konkrete Ziele vor Augen. An diesem Motivationsschub und den sogenannten Flow-Effekt muss unmittelbar auf allen Ebenen angeknüpft werden. Es ist wichtig, die Teilnehmenden stetig in der Umsetzung ihrer Pläne anzutreiben, um bei der Eingewöhnung in das Umfeld und den Alltag die Regression altbewährter Handlungsmuster zu vermeiden.

Die neuen Verhaltensweisen müssen aktiv gefördert und die Teilnehmenden in ihrer Veränderung bestärkt werden. Es ist für die Teilnehmenden sehr wichtig, dass ihre individuellen Erfolge und Fortschritte gemeinsam mit allen Akteuren sichtbar gemacht werden.

Neben dem persönlichen Reflexionsgespräch beim Entsendebetreuer können Präsentationen der Erfahrungen vor den Maßnahmengruppen die Motivation und das Selbstbewusstsein aufrechterhalten helfen. So kann das Bewusstsein über die Bedeutung von Auslandserfahrungen, insbesondere des dabei entstehenden Perspektivwechsels, für benachteiligte Zielgruppen gesteigert werden.
Die gemeinsame Entwicklung einer individuellen Perspektive für die Teilnehmenden ist Aufgabe der Betreuungspersonen bei den Entsendemaßnahmen. Auch Mitarbeitende des Projekts Fit in Europe können die Entwicklungsausrichtung mitgestalten, da diese durch die Dauer des Projekts hinweg einen persönlicheren Zugang zu den Teilnehmenden aufbauen können. Eine enge Abstimmung und ein intensiver Austausch zwischen Projekt und Maßnahmenträgern zur Übermittlung der Resultate der Trainings und auch der Praktika im Ausland, sind sehr förderlich, um die individuellen Lebenslagen der Teilnehmenden optimal anzugehen und gelingende Anschlüsse zu gestalten.

Synergien mit beteiligten Akteuren nutzen

Nicht nur bei den Betreuungspersonen der Entsendeträger lässt sich durch die Beteiligung an Fit in Europe ein Perspektivwechsel auf die Potenziale bei und die veränderten Verhaltensweisen der Teilnehmenden erreichen, die eine Überdenkung der bisherigen Einschätzung und neuen Ansätzen bei der Unterstützung begünstigen. Auch Sachbearbeiter bei den Jobcentern beurteilen die Teilnehmenden in einem neuen Licht. Um die Sachbearbeiter sinnig in den Prozess der Übergangsgestaltung miteinzubeziehen, ist eine detaillierte Aufklärung mittels ausführlicher Informationen über einzelne Projektabläufe und deren Hintergründe und ein hohes Maß an Transparenz in der Kooperation mit dem Jobcenter Voraussetzung. Dadurch können Mitarbeiter beim Jobcenter, die den Teilnehmenden Zugang zu möglichen Angeboten gewähren, den Jugendlichen mit angemessener Wertschätzung entgegentreten und diese in ihren Erfolgen weiter bestärken.

Im Gegensatz zu alle den aktivierenden und unterstützenden Maßnahmen zerstört ein Ausbleiben von direkten Anschlussangeboten sowie mangelnder Betreuung durch eine Ansprechperson den positiven Fluss der Ereignisse.