Träger

Da das mki e.V. als Projektträger selbst nicht direkt mit der Zielgruppe des Projekts arbeitet, ist es darauf angewiesen bei der Umsetzung von Fit in Europe mit arbeitsmarktpolitischen Trägern aus dem Übergangssystem zu kooperieren. Hierfür wurden zu Projektstart 2012 ein breiter Pool an entsprechenden Trägern in Rheinland-Pfalz über Fit in Europe und die Teilnahmemöglichkeiten informiert. Im Laufe des Projekts wurde ein Netzwerk aus Trägern aufgebaut. In regelmäßigen Abständen werden neue Träger beworben. Mit diesen wird für die Teilnehmergewinnung eng zusammengearbeitet. Es zeigt sich, dass Beziehungsarbeit, insbesondere eine persönliche, direkte Ansprache Voraussetzung für eine langfristige Kooperation ist. Zum einen gilt es involvierte Akteure stets aktuell über das Projekt zu informieren, zum anderen wird dabei auf persönlicher Ebene durch Projektmitarbeitende um Teilnehmende geworben.

Aufgabe der Entsendeträger
Die Fachkräfte bei den Entsendemaßnahmen loten aus, für welche ihrer Teilnehmenden Fit in Europe geeignet ist bzw. ein sinnvolles Angebot darstellt und fragen explizit das Interesse von potenziellen Kandidaten ab. Junge Erwachsene können sich darüber hinaus auch eigeninitiativ bewerben. Es gehört zur Aufgabe der Fachkräfte genau hinzusehen, für wen Fit in Europe eine Bereicherung sein könnte. Für diese Personen muss häufig erst der Zugang zum Thema Auslandspraktikum geschaffen werden und anschließend explizit zur Bewerbung angeregt und zur Teilnahme motiviert werden. Manchmal muss den Teilnehmenden die Chance, die mit der Auslandserfahrung einhergeht, im Gespräch erst bewusst gemacht werden.
Voraussetzung für eine gelingende Kooperation

Projektmitarbeitende müssen in stetigem Austausch mit den beteiligten Entsendeträgern stehen. Telefonischer und persönlicher Kontakt oder Workshops helfen, eine Vertrauensbasis auf- und auszubauen. Hierzu gehört auch die Verständigung über und Transparenz hinsichtlich der pädagogischen Ansätze und der Professionalität. Nur so kann ein sich aufeinander Verlassen gewährleistet werden, welches maßgeblich für den Projekterfolg ist. Bei regelmäßig stattfindenden Workshops und nationalen wie transnationalen Evaluationstreffen mit den beteiligten betreuenden Fachkräften können, unter Berücksichtigung des Datenschutzes, die Erfahrungen mit den jungen Erwachsenen ausgetauscht werden und beispielweise Elemente der Vorbereitung der Teilnehmenden bei der Entsendeorganisation an die von Fit in Europe angepasst werden, aber auch Themen, die bei der Teilnahme an Fit in Europe erst analysiert werden können, nach Rückkehr aus dem Ausland durch so besser durch die Entsendeträger bearbeitet werden. Nur so können die Träger in Rheinland-Pfalz auf einer Basis mit den Teilnehmenden weiterarbeiten, die die neuen Entwicklungen berücksichtigt. Ein Austausch über Methoden bzw. über die Angebotsstrukturen und Arbeitsweisen der Maßnahmen, aus denen die Fit in Europe Teilnehmenden kommen, ist Grundlage für die Struktur des Vorbereitungstrainings, die kontinuierlich an die Ausgangslage der Teilnehmenden angepasst wird. Darüber hinaus kann unter Mitwirkung aller Beteiligten das Fit in Europe Konzept an die bestehenden Herausforderungen angepasst werden und ein Austausch zwischen den Trägern angeregt werden. Gemeinsame Ansätze für die Akquise von Teilnehmenden und die Vorbereitung beim Träger werden erarbeitet und sich aufeinander abgestimmt. Tipps und Tricks für die Gestaltung eines gelingenden Übergangs der Teilnehmenden, bspw. in eine Ausbildung oder eine weiterführende Schule werden gemeinsam generiert.

Neben dem fachlichen Kennenlernen ist das Kennenlernen auf einer persönlichen Ebene von Vorteil, da dies auch einen unkomplizierten und schnellen Austausch bezüglich wichtiger Informationen fördert. Fit in Europe legt Wert auf Transparenz in allen Belangen, da dies einen reibungslosen Verlauf begünstigt und wiederum das Vertrauen untereinander stärkt, welches im Umgang mit der sehr heterogenen Zielgruppe mit diversesten herausfordernden Hintergründen unabdingbar ist.

Daher ist es eine große Herausforderung über ein breites Netzwerk möglichst vielen den Zugang zum Projekt zu ermöglichen ohne dabei die persönliche Komponente einer Vertrauensbasis außer Acht zu lassen.

Nutzen für die beteiligten Träger

Der Nutzen für die beteiligten Träger wird insgesamt in einer Erweiterung des pädagogischen Angebotsspektrums gesehen. Ein innovativer, professioneller Zugang zur Erweiterung von individuellen Chancen kann genutzt werden.

“Das steigert nicht nur die Attraktivität unseres Projektes, auch die pädagogische Arbeit selbst wird attraktiver.”

Hierfür ist die intensive Auseinandersetzung mit dem konzeptionellen Rahmen des Projekts Grundvoraussetzung, damit der Entsendeträger in der Lage ist notwenige Strukturen für die Beteiligung der entsprechenden Teilnehmenden für Fit in Europe aufzubauen, bspw. dadurch eigene Maßnahmenanforderungen und -inhalte teils an Inhalte der Fit in Europe Vor- und Nachbereitungstrainings anzupassen und die Auswahl der Teilnehmenden im Hinblick auf Art und Umfang der Betreuung im Ausland zu treffen. Der Fachkräfteaustausch zwischen den Bezugspersonen der jungen Menschen in Rheinland-Pfalz und den Betreuungspersonen im Ausland und das Kennenlernen der Aufnahmebedingungen in Marseille bzw. León ist nachweislicher Schlüsselfaktor für eine gelingende Auswahl der Teilnehmenden und dient damit einem nachhaltigen Projekterfolg.

Das Fit in Europe Konzept erweist sich für die Entsendeträger als innovatives Angebot und die Kooperation wird als Bereicherung für den Maßnahmenalltag gewertet. Das Ansehen der Träger steigt, laut deren Mitarbeitenden, mit der Beteiligung bei Fit in Europe. Die Auswirkungen des Projekts ziehen weite Kreise. So begünstigten die auslandserfahrenen jungen Erwachsenen auch das Verhalten der Job Center Sachbearbeiter/innen positiv.

“Die Auslandserfahrung kann den Teilnehmenden, mit bisher oftmals als negativ eingestufter Maßnahmenerfahrungen, neue Türen öffnen.”

Sie werden von ihrem unmittelbaren Umfeld, welches ihnen auch im Beratungskontext zur Seite steht, anders eingeschätzt und es werden neue Wege eröffnet, die vor einer Teilnahme an Fit in Europe, aufgrund von zu geringem Zutrauen in die Potenziale, keine Beachtung gefunden hätten. Die Fachkräfte bei den Trägern arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen bewerten die Ergebnisse der absolvierenden Gruppe durchweg als sehr gut. Herausforderung bleibt jedoch die Auswahl von Teilnehmenden, da es schwierig bleibt im vorhandenen Rahmen der Entsendeträger vorherzusehen, ob ein Teilnehmender bereit ist sich auf das Projekt einzulassen.

Unter europapolitischen Aspekten, wie der Orientierung an der weiteren Flexibilisierung und Öffnung nationaler Bildungs- und Arbeitsmärkte, wird für die beteiligten Träger an diesem Projekt auch ein strategischer Nutzen im Aufbau transnationaler Netzwerke gesehen. Dies kann in Zukunft die Erweiterung von Austauschangeboten, insbesondere auch für als „benachteiligt“ geltende Zielgruppen, erleichtern.